Donnerstag, 25. Oktober 2018

It´s Halloween again

Lange, lange ist es ruhig hier gewesen. Zum einen liegt es daran, dass ich nicht großartig Zeigenswertes (oder Fotos davon hätte, nicht wahr, liebe Mutter?) fabriziert habe. Zum anderen hab ich mir doch einiges an größeren Projekten über den Hals gezogen und komme damit ungewöhnlich langsam voran (irgendwann nähe ich noch allerhöchstens für die Nachbarn *g*)
Aber am Halloween SWAP kam ich natürlich auch dieses Jahr nicht vorbei.
Mein Wichtelkind war Talia. Ihre Wünsche kamen meinen Plänen sehr entgegen. Obwohl ich ja gestehen muss, ein Steckbrief ist ein Vorschlag. Was es letztendlich wird, entscheiden meine Hände und mein Hirn einfach mittendrin.
Zum einen bekam sie einen großen Kerzenständer von mir. Der kleine Prototyp steht hier schon eine Weile, aber ich wollte gerne mal in die Vollen greifen. (Habe ich je erwähnt, wie toll ich Heißkleber und Sprühlack finde?) Ein Satz im Steckbrief war: Ich mag keinen Glitzer und lieber schlichte, klare Linien." Argh, Todesurteil für diverse Pläne, wie kann man nur? Aber hey, es soll ja nicht mir gefallen. Also schon, aber nicht nur. Also gut, kein Glitzer am Kerzenständer, bis auf: naja, kann ich etwas dafür, dass Swarowskiperlen funkeln? *hüstel*
Oder diese wunderhübschen Glasperlen am Schmuck? Nicht meine Schuld. Matte Perlen...gibt es die überhaupt? Wie auch immer. Ein Slaveohrring, das schlichte Pendant dazu und eine passende Kette waren dann der zweite Teil. Ich glaube, so einen Ohrring brauche ich auch noch ganz dringend.
Beim dritten Teil hab ich die Janome hinzugezogen. Ich wollte schon immer mal eines von diesen Lichtbildern machen, aber in unserer Wohnung mit den niedrigen Fensterbänken hat das wenig Sinn. Das Werkeln war recht spannend, vor allem, wenn man feststellen muss, dass die Hobbysäge auch nur zum Hobby sägt. Stumpfes Mistding, aber der Heißkleber (<3) hat´s gerichtet.
Ein schlichter (irgendwann kann ich auch schlicht :-D) Türkranz nach Alice im Wunderland und ein Nightmare before Christmas Wandbild rundeten mein Paket dann ab.
Die Uhren am Kranz sind mein zweiter Versuch mit Schrumpffolie. Ich muss sagen, nettes Material, aber es wird wohl keinen Stammplatz in meinen Werkeleien bekommen. Außerdem... Plastik, nech?
Das Bild hat mich geärgert, bzw mir wieder einmal gezeigt, dass ich nicht genug voraus plane. So ein Motiv muss an mindestens gegenüberliegenden Seiten enden. Nur von unten reicht nicht, dann klappt es ein. Mist. Leider mussten dann ein paar Abstandshalter und Verstärkungen helfen. Aber in den Müll sollte es auch nicht. Ich denke, es ist okay.

Ich bin auch nicht leer ausgegangen und immens glücklich über mein Paket. Die liebe Mara Macabre hat mir dieses Jahr eine kleine Auswahl an tollen Überraschungen geschickt.
Zwei Kerzen mit den Munsters (irgendwann muss ich diese Technik unbedingt ausprobieren.) Eine Kette mit Ohrringen. Auf den Fotos sieht man leider nicht, dass das Bild im Inneren die Adams sind (Herzchen hüpft), eine Brosche mit wunderbar funkelnden Details (der Schmuckstein ist echt Liebe), einen Rüschenbolero ganz in meinem Stil und eine Katzenschädelkerze. Der Oberkracher, um es mal so salopp zu beschreiben. Die wird ganz, ganz sicher niemals angezündet werden. 

Dienstag, 24. Juli 2018

Alltagshut tut gut

Wir bleiben bei Kopfbedeckungen. Keine Ahnung, was los ist. Aber das ändert sich sicher auch wieder.
Derzeit warte ich auf Antwort, auf Stoff, danach vermutlich wieder auf Stoff und ab morgen komm ich eh vorerst zu nichts mehr.
Daher gibt es heute einen kleinen Alibipost.
Vor zwei Wochen habe ich beschlossen, dass ich einen Alltagshut brauche, denn mein Titanichut und mein Dreispitz sind jetzt nicht unbedingt das, was ich für praktisch an einem bad hair day halte. Eigentlich wollte ich einen kaufen, das Problem ist aber: Ich Hasse Schlapphüte. Und ich liebe breite Krempen.
Alles Kaufbare schlappt um den Kopf herum und dann auch noch mit mickriger Krempe bei maximal 8 cm.
Also schon wieder selbst machen. Und verzweifelt versuchen, dem Kopfputz kein KlimBim zu verpassen.
Steifleinen, irgendein Coupon vom Stoffmarkt, Batist und Hutdraht. Und das Schnittmuster von Lynn McMasters. Nach ein paar kurzweiligen Stunden war ich dann auch fertig. Vermutlich liegt das daran, dass keine Deko drauf musste. 
Wer Interesse hat, im Nähkromantenforum habe ich ein kleines WIP dazu gemacht.
Letzten Samstag hab ich auch schon eine Gelegenheit zum Tragen gehabt. Ich gehe nie wieder ohne Hut. Fantastisch. Da kommen meine Roben gar nicht gegen an. Wann haben die Leute verlernt, dass Hut was Tolles ist?
Ich mag ihn jedenfalls richtig gern. Auch ohne Deko.
 

Sonntag, 8. Juli 2018

Lasst uns den Bortenwahnsinn beginnen

Natürlich muss zu dem neuen Kopfputz (herrgoth, jetzt musste ich doch tatsächlich zweimal "Kopfschmutz" verbessern) auch ein passendes Kleid her.
Mir schwebte ausnahmsweise mal nicht eine ausufernde Robe vor. Vielmehr hab ich einige der Kleider der bezaubernden Mottenprinzessin mit ihren üppigen Perlenverzierungen angeschmachtet. Und zu der letzten Hutkreation würde das ja passen.
Also habe ich mir Baumwollvoile besorgt und den Schnitt von meinem letzten Sommerkleid geschnappt. Los gings.
Die Rückenpartie habe ich diesmal nur um wenige cm angehoben. Eben soweit, dass nicht jeder direkt die Marke meines BHs unter die Nase gerieben bekommt. (Ganz ehrlich, wer denkt sich solche Schnittmuster bei großen Größen aus? Die Schwerkraft ist nun einmal stärker als Wunschdenken. Das hält nicht ohne.)
Die Ärmel habe ich ebenfalls verändert. Kurze waren in meinem Plan irgendwie störend. Und je mehr Stoff, desto mehr Platz für Deko. Zudem sind die Ärmel doppellagig aus Voile und Chiffon.
In den Rock sind diverse Keile aus Chiffon eingearbeitet, der Voile ist eh nicht ganz blickdicht, da stört Chiffon auch nicht.
Der obere Teil des Kleides wurde dann mit allerlei Borten verziert. (hier sieht es aus wie in einem Kurzwarenladen. Aber man braucht ja auch so viele verschiedene Borten)  Dank dämlicher Nadelwahl meinerseits habe ich hierbei eine ganze Packung Nadeln verbraucht. Die kamen einfach nicht durch die Pailletten. Und ganz dem Wahnsinn anheim gefallen bin ich dann auch nicht, um das alles per Hand anzunähen.
Aber eine 100er statt einer 70er Nadel tat es dann auch.
An den Ärmelkugeln habe ich CutOuts eingebaut und mit Perlen umrandet. Das hatte ich irgendwann mal auf Pinterest gefunden und endlich die Möglichkeit, es mal auszuprobieren. Natürlich mit Beleg verstärkt, sonst hätten die Perlen den leichten Stoff mit Sicherheit verzogen.
Der Saum ist mit Crinolinenband verstärkt, damit er etwas auffächert und mir nicht nur um die Beine schlottert.

Etwas länger fertig ist eine Art Überwurf aus Chiffon, ebenfalls ein Pinterestfund.
Natürlich hab ich den Halsausschnitt im ersten Moment zu groß gemacht und nun hat er hinten eine Naht, aber die fällt kaum auf. Leider rutscht das Cape immer etwas nach hinten. Bisher habe ich versucht, mit vier großen Perlen etwas Gewicht nach vorne zu bringen, aber so ganz reicht das wohl noch nicht.
Im Zuge des Herstellens habe ich auch direkt die Nützlichkeit eines Zierbandannähfußes kennen gelernt. Seit 4 Jahren liegt das Ding ungenutzt bei mir herum, aber ich denke, die ruhigen Zeiten für diesen Fuß sind vorbei.



Donnerstag, 21. Juni 2018

Ich und übertriebene Deko? - Niemals!

Kurz vor dem WGT postete die zauberhafte Minu eine Kopfbedeckung, die ich wirklich schön fand, aber für mich persönlich so nichts war. Bis - ja bis sie mir mit dem Kopfputz über den Weg lief.
Oh mein Goth, ist dieses Ding schön. So großartig gemacht , so bezaubernd dekoriert und diese Form. Verdammt. Ich muss es haben.
So ähnlich läuft das ja immer bei mir ab. 
Und Minu war tatsächlich so lieb und gab mir Erlaubnis und ihr Schnittmuster. Also Fotos davon. Auf Basis meines Kokoshniks konnte ich damit auch arbeiten. Aber wie auch bei ihr war die Basisarbeit natürlich unglaubliche Bastelei, bis alles halbwegs aufeinanderpasste. gerade die seitlichen Teile waren eine echte Herausforderung. Dafür ist das ganze Ding viel stabiler, weil sie mehr Teile nutzt und ihr Wissen über mittelalterliche Kopfbedeckungen natürlich viel größer ist als das meine.
Als ich die Grundform dann hatte begann das große Dekorieren. Nicht kleckern, klotzen war das Motto. Steine, Pailletten, Perlen, Spitze, Herz, was willst du mehr? 3D Applikationen versteht sich. Und Blümchen. Und Glitzerborte. Und einen Schleier. 
Das ist tatsächlich alles auf dem Ding drauf. Und ich liebe es. Nach dem Annähen der Seitenteile biegt sich leider die mittlere Spitze nicht mehr so schön, dass sie sich an die Stirn anpasst. An dem Problem sitze ich nach wie vor, aber sollte ich es nicht lösen können, ist die Haube trotzdem tragbar. Sieht dann aber eher nach Hut als nach Haube aus. Vielleicht muss ich auch einfach noch die richtige Frisur finden.

Freitag, 15. Juni 2018

Eskalationen untendrunter

"Du und Deine Rüscheneskalationen" war der erste Satz, den ich zu diesem Teilchen gehört habe. Was soll ich sagen? Schuldig, im Sinne der Anklage, sie hat recht.
Aber das gute Stück musste sein. Ich stellte nämlich fest, dass ich für meinen Geschmack ein bisschen wenig Wumms unter den Röcken hatte. Mein sonst doch so präsenter Po war zu platt. Quasi nicht mehr vorhanden.
Ich hätte zwar auf meinen großen Tüllrock zurückgreifen können, aber erstens fehlen im die Eingriffe für die Taschen (wie unpraktisch) und zweitens hat er die Form doch sehr rund gezogen. Zudem hängt Frau mit den Fledermausschnallen ja ständig im Tüll, was dem Ganzen jetzt schon einen eher fetzigen Look und mehrere Stolperfallen verleiht.
Also musste ein Unterrock her.
Eigentlich ist so ein Rock ja schnell gemacht. Aber diese elenden Rüschen haben dann doch zwei Tage gedauert.
Für die Basis habe ich altes Leinen von meiner Großmutter verwendet, dass sie noch in der Hauswirtschaftsschule benutzt hat (ich liebe Stoffe mit Familiengeschichte). Für meine Überkleidung leider nicht verwendbar, da nicht färbbar. Also natürlich kann man Leinen färben, aber die Erfahrung mit Urgroßmamas Leinenballen (ihre Mitgift, die jetzt in einer dunklen Kiste lagert), hat gezeigt, dass
der alte Stoff so etwas doch sher übel nimmt und sich dann lieber in seine Einzelteile zerlegt.
Die Rüschen sind ebenfalls aus Stoffen aus meinem Fundus. Der wunderbar silbergraue war leider zu hell für Drüber und das Ergebnis nach einem Waschgang schwarz endete in Ockerhellbraun, wie man sieht. Dazu kam ein Stück lila von Adrian und ein Teil einer hellblauen Moiré Gardine von Grevina Patrizia. Die wollte ich aber nicht komplett verwenden, weil sie nach dem Färben einen wundervollen Grausilberton annimmt. Das kann man noch gebrauchen.
Die unterste Rüsche musste natürlich schwarz. Nicht, dass dem Grufti noch ein weißes Blitzen unterm Rock passiert.
Um den Saum herum hab e ich Crinoline genäht, damit die schweren Überröcke den Unterrock nicht ganz zusammenfalten und er sich ein klein wenig gegen die Stoffmassen behaupten kann.
Der Unterschied zwischen mit und ohne Rock ist enorm und ich bin absolut zufrieden.

Montag, 28. Mai 2018

Kopfschmutz mit Heißorgeklebie

An Christi Himmelfahrt vor dem WGT durfte ich in meinen bescheidenen Hallen zwei ganz bezaubernde Damen willkommen heißen zur jährlichen (so hoffe ich jedenfalls) Kopfputzbastelei. Welch herrliche Erfahrung, wenn in neun Stunden neben Holundersekt, Pizza und Katzenschmusen so zauberhafte Kunst entsteht.
weil sowohl Lady von Uebel (und zwar die Echte) als auch die Mottenprinzessin schon wussten, was sie machen wollten, war ich eine kleine Weile arbeitslos, aber schließlich gefiel mir die Vorstellung eines neuen Minidreispitzes.
Und da mein letzter bereits Jahre her ist, durfte ich natürlich von Grund auf anfangen. Also beim Schnittmuster. 
Ich bin nicht ganz zufrieden mit der Krempe, aber genug Zeug obendrauf löst das Problem wenigstens so halb.
Die letzten Reste vom Lieblingsstoff reichten gerade so, Steifleinen hatte ich noch genug. Spitze rundum, Perlenborte und Plisseeborte oben um den...wie heißt das Ding nochmal , das aufrecht steht? ich kann mir immer nur Krempe merken.  
Und dann das Lieblingsgerät eines jeden Kopfschmutzbauers angeworfen und den Heißkleber großzügig unter dem ganzen KlimBim verteilen.
Einfach toll, wenn drei Bastelmaterialhaufen aufeinander treffen. Blöd, wenn keiner von uns mehr Federn hat.
Aber mir fehlten die Federn irgendwie, also hab ich noch Welche bestellt. Dummerweise kamen die natürlich erst Donnerstagnachmittag. Federn da, Nachtkatze schon in Leipzig. Ungünstige Konstellation, aber der Hut ließ sich den Samstag auch so sehr gut tragen.
Befestigt wird er mit einem Kamm. Ohne mindestens 5 Kilogramm Haarteile auf dem Kopf wirkt er nicht, aber mit war das Ergebnis äußerst zufriedenstellend.

Nun aber ist er komplett und hat auch den Restschwanz vom Strauß zwischen den funkelnden Blättern. Leider habe ich bisher kein einziges Foto vom WGT Samstag finden können, daher gibt es nur Fotos auf dem Styroporschädel.

Montag, 14. Mai 2018

Ravenclaw

Eigentlich dachte ich bis gestern, ich wäre mit den Nähereien vor de WGT durch.
Aber als Stefan gestern bei meinem Besuch ein paar Handschuhe hervorzog, die er selbst gemacht hatte, war ich (wie so oft) schockverliebt.
Ich musste das versuchen, auch wenn er mich warnte, wieviel Tüftelei dahinter steckt.
Ach, als selbstüberschätzender Autodidakt hat man das doch in zwei Minuten erledigt. Gnah...
Wenigstens hab ich nicht 3 Versuche gemacht, bevor ich auf das Burda-Schnittmuster ausgewichen bin. 
Handschuhe nähen ist furchtbar nervtötend und eine unglaubliche Frickelei. 
Aber hier konnte ich dem Endergebnis einfach nicht widerstehen. Und auch, wenn sie furchtbar unordentlich und verzogen sind, jetzt hab ich auch ein paar Rabenklauen.
Stretchsatin und Watte in die Spitzen. Fertig. In Bewegung sehen sie allerdings viel cooler aus als so still auf dem Foto.