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Montag, 18. Juli 2016

Rüschenfisch

Kreative Titel scheinen derzeit nicht im Angebot zu sein.
Wer meinen Blog liest, weiß, dass in der To Sew Liste schon eine ganze Weile ein Rüschenfishtail steht.
Der Rock ist schon seit zwei Tagen fertig, aber es musste ja auch noch das passende Oberteil her. Also habe ich den ersten Urlaubstag fürs Finish genutzt.
Fishtail und Bolero sind nach eigenem Schnitt, der Rock per Hand, das Jäckchen eine Mischung aus Burda, Butterick und eigenem Gutdünken.
Der Stoff war ein Sale von Stoffe.de und ich bin eine ganze Weile (zwei Tage *hüstel*) drum herum geschlichen, aber das Muster gefiel mir doch zu sehr, als dass ich hätte widerstehen können.
Ich bin von der Haptik nicht 100% übverzeugt. Der Stoff ist sehr dehnbar, was ich ja schon vorher aus dem Elasthananteil erkennen konnte, aber doch so fest, dass er sich irgendwie nach Jeans anfühlt. Trägt sich zum Glück aber angenehmer als ich beim Zuschneiden befürchtete.
Daher ist das Outfit auch nicht so sommerlich, wie eigentlich geplant. In Herbst und Winter werden die zwei Stücke wohl eher den Schrank verlassen.
Der Kragen am Bolero steht beim Tragen leider nicht so hübsch wie an der Puppe, aber dem Aussehen tut es keinen großen Abbruch, wie ich finde. Jedenfalls löste das Umklappen keinen Motivationsreflex aus, den Kragen doch bitte zu versteifen. Im Grunde ist er ja auch nur eine Resteverwertung der übrig gebliebenen Rüsche von Rock und Ärmel. 

Montag, 20. Juli 2015

Das Mülltütenkleid

Oder auch: Ist das Kunst oder kann das weg?

Kurz nach dem WGT fand ich bei einem meiner Stoffhändler: "Glitzer Voile" Obschon man anders vermuten kann, ich habe mir tatsächlich auch nicht nur das Bild angesehen, sondern auch die Beschreibung durchgelesen.
Glitzer Voile - 100 Polyester. Aha..hm..naja, nicht optimal, aber ich schließe Polyester ja nicht kategorisch aus, wenn mir der Stoff gefällt. Kann man mit Leben. Voile...leicht, durchsichtig, weich, fließend...und auch noch glitzernd. Herz, was willst du mehr?
Also hab ich auf glühenden Kohlen gesessen, bis die Tüte mit dem Stoff kam. Aufgerissen, Stoff angefasst...öhm. Tja, weich konnte man also schon mal vergessen, was auch das fließend ein wenig verringerte. Leicht und durchsichtig traf dann zu, hat meine Enttäuschung aber einfach nicht mehr mindern können. Der Stoff fühlt sich an wie Plastik und sieht auch so aus. Ich weiß, es war Plastik angekündigt, aber Plastiktaft sieht auch nicht aus wie eine Einkaufstüte. Dazu kam, dass der "glitzer" einfach nur eingestanzte Löcher sind....in kleinen Bändern, die aussehen wie die Tonbänder von Kasetten. Gnah... 
Aber naja, ich werd den Teufel tun und einen Fehlkauf eingestehen. Und irgendwie glitzert er ja schon ein bisschen.
Also hab ich losgelegt und diesen Soff - damit er auch ja nie meine Haut berührt - mit zwei Lagen Tüll und einer Lage Nessel unterlegt und schon war ein Monstrum von Rock geboren. Der Schnitt ist recht einfach. Ein Teller mit einer Rüsche daran (wofür ich doch noch tatsächlich NOCH EINMAL diesen Stoff nachkaufen musste) Dazu kam ein Bolero für den ich den Schnitt meines Wintermantels abgewandelt habe und die Ärmel eines ganz anderen Schnittes noch drangebastelt habe.
Viel Zier ist nicht mehr am Kleid, lediglich alle Säume sind mit Spitze verziert.
Nicht, dass der Stoff so gar nicht war, was ich erwartet hatte, nein, er war auch noch der sich am auflösenste Stoff aller Zeiten. Ich konnte die Overlocksäume mit der Hand abziehen, kein Stich hielt am Rand, zog Laufmaschen und ließ sich von der Maschine auch noch fressen. Ich hab keine Ahnung, wann ich das letzte Mal an einem Kleid derart vor lauter Frust, Wut und Genervtheit gepfuscht habe. Irgendwann war mir der Saum so egal, mal schauen, ob es auf dem Picknick überhaupt durchhält.
Der Bolero ließ sich besser nähen, weil ich den Futterstoff direkt mitverarbeitet habe, aber für die Volants hatte ich dann keinen Futterstoff mehr übrig. 
Nunja....für Freitag hab ich jetzt was anzuziehen und so leicht bringt mich jetzt nicht einmal mehr Seidenbrokat auf die Palme, fürchte ich.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Fledermausträume

Zuerst war es 2011 ein klassischer Bahnenrock.
Ein Rock, der seine Perlenketten in einer Leipziger Strassenbahn verlor (war das peinlich, als die beim Bremsen und Gasgeben immer vor und zurückrollten. Durch den ganzen Wagen, versteht sich.). Und er passte nicht gut über den Reifrock.
Also habe ich die erste Stickerei wieder aufgetrennt und rundherum mit Nähmaschine (damals noch die AEG *würg*) und Metallgarn Ranken aufgestickt. Eine Katastrophenarbeit, da sich Maschine und Garn überhaupt nicht vertragen wollten.
Aber schlussendlich war der Rock gut. Dann kam ein Bolero dazu, mit dem ich mir einen großen Trompetenärmeltraum erfüllte. Ein Teller, vorne kurz, hinten lang. Und zwar wirklich lang.
Ursprünglich gehörten auch noch ein Kragen, ein Fascinator und ein Korsett dazu, aber die gibt es nicht mehr, im Schrank ist genug Ersatz.
Das Kleid wird mit einem Tüllunterrock getragen, damit der Rock etwas mehr Stand hat und das Metallgarn auf der Innenseite nicht an den Beinen kratzt. Schon sehr unangenehm, dieses Metallzeug.
Es war schon unzählige Male in verschiedenen Varianten in Leipzig und andernorts.Heiß und innig geliebt.