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Donnerstag, 8. Dezember 2016

Stays in Rokoko

Und wenn wir schon im Rokoko sind, bleiben wir auch direkt mal im Rokoko. (okay, okay, ist vermutlich nicht Rokoko, aber es passte so schön)
Ich hatte schon eine ganze Weile vor, mir eine neue Schnürbrust für Obendrüber zu nähen. Diverse Umstände haben aber nie dazu geführt bis jetzt.
Ursprünglich sollte sie opulent und verziert wie die alte (sie möge ihren Frieden im Mülleimer finden) sein. Stickereien, Spitze, Steinchen und was weiß ich noch. Aber der Stoff brüllte mir förmlich entgegen, dass er doch bitte sehr für sich allein stehen können. 
Gesagt getan: das einzige, was mir an Zierrat erlaubt wurde, waren die Kappen für die Bänder. Und zugegebenermaßen halten sie nicht sehr gut, ich muss sie noch festkleben.
Der Schnitt ist von Nehelenia Patterns nach Diderot und zufriedenstellend wie immer.
Natürlich darf man sich das Schrägband an den Zaddeln niemals genau ansehen, denn das ist wirklich katastrophal, aber die Motivation fürs besser nähen ist einfach nicht gegeben. Und die Dinger haben den Stahl dann ja schon drin, da ist das Hantieren umso umständlicher.
Ich habe wie bei meiner alten auch, auf die Spiralschnürung verzichtet. Beim allein anziehen komme ich mit der "modernen" victorianischen Kreuzschnürung einfach besser zurecht.
Denn eine Schnürbrust, die ich nicht anziehen kann, bringt dann ja auch nichts.

Sonntag, 31. März 2013

Ich prokrastiniere

Und das, obwohl ich dachte, in meinem derzeitigen Leben hätte ich gar keinen Grund dazu.
Doch anstatt brav an Max Garderobe, bzw deren Probeteilen - oder dann wenigstens am Hochzeitskleid - zu werkeln, habe ich mir heute eine neue Schnürbrust genäht.

Die war ganz plötzlich dringend notwendig. Okay, in meiner alten waren einige Löcher ausgerissen und sie war ohnehin eigentlich nur ein Probeteil, aber sie hätte auch noch das nächste WGT überstanden. Nun muss sie es nicht mehr...ihre traurigen Überreste sind würdevoll im Mülleimer gelandet.
Ich habe auch nicht lange an der Neuen gesessen. Ich glaube, ich habe so um die 5 Stunden gebraucht. Wenn überhaupt.
Gemacht ist sie aus "Eigentlich sollte ich mal ein Sofa werden" Stoff. Zumindest fühlt er sich so an. Das dickste, unelastischste und stabilste Zeug, dass ich derzeit besitze. Und dazu noch mit einem hübschen Muster. Also zwei Lagen zusammengenäht, Tunnel drauf, Stahl rein und Schrägband rum. Fertig.
Das Schrägband habe ich komplett mit der Nähmaschine angenäht. Ich hasse es, an den Zaddeln auch noch per Hand herumzufuhrwerken und am Ende sieht es ja doch doof aus. da kann ich es auch schneller mit der Maschine doof machen.
Das geht übrigens so: Ich nähe auf links das Schrägband an und zwar so, dass ich auch oben an den Zaddeln eine Ecke habe (siehe Foto)
Auf Rechts schlage ich dann unten an den Zaddeln ganz gebräuchlich die Ecken um und oben nähe ich das Schrägband im Rund an. Schlimmer wäre es mit der Hand allemal. So hält es wenigstens. Ich hoffe, die Fotos machen meine wirren Erklärungen etwas verständlicher.

Der tolle Unterbau stammt übrigens aus der Werkstatt der grandiosen Alwa Petroni. Ich hab ihn gesehen und musste ihn haben. Und extra für mich ist er auch sichtbar tragbar aus schwarzem Satin genäht. Perfekt für meine Fledderfrancaise.