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Donnerstag, 29. September 2016

Etwas Altes, etwas Neues

Nichts Geliehenes und nichts Blaues.
Ich war heute sehr fleißig und habe einen wahren  Fotomarathon hinter mir.
Leider kann ich Einiges davon noch nicht zeigen und es fehlen auch noch das ein oder andere Teil und beim Kissen war ich heute abend zu faul für den Reißverschluss, aber im selben Zug habe ich auch Anderes fotografiert.
Heute hätten wir einmal zwei Gürtel.
Die Machart kennt man aus dem letzten SWAP-Post.
Der Gürtel mit den Pailletten war der Prototyp und hat nun auch schon schon einige Monate auf dem Buckel.  Aber Paillettenstoff passt ja nun leider nicht zu allem (was mich in den letzten Wochen aber auch nicht gestört hat) und daher musste ein weniger schillerndes Lieblingsteil her.
Bei Amazon wurde ich auch endlich fündig, was Schnallen betraf, die mir vorschwebten. 
Im Grunde genommen ist es ganz einfach. Einen doppelten Streifen Stoff mit Schrägband einfassen, die Schnallen befestigen fertig. Zum Binden nimmt man etwas langes, was einem gefällt. 
Im Paillettenfall sind das zwei unversäuberte Streifen Spitze, im Polyesterfall viele Bänder. Satinbänder, Organzabänder, Lurexbänder und Ätzspitze. Die drei Ersteren habe ich noch mit allerlei Perlen verzier, damit sie etwas mehr Gewicht bekommen und isch nicht zu leicht verheddern.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Doing the fascinator

Nach einer (unfreiwillig) mehr als ausgedehnten Motorradtour inklusive leerem Tank *hüstel* dachte ich, ich schreibe endlich einmal das gewünschte Tutorial für meine Fascinator.
Da ich die genähte Basis schon anderweitig vergeben habe, gibt es kein fertiges Bild, aber ich denke, die letzten zwei Schritte brauchen keine großen Bilder.

Zufürderst machen wir uns ein Schnittmuster, das die gewünschte Form und Größe hat. Dabei sind der Fantasie quasi kaum Grenzen gesetzt, je nachdem, wie kompliziert man es haben möchte. Dieses Schnittmuster wird dann 4 Mal ausgeschnitten. Einmal der Oberstoff, einmal der Zwischenstoff (hierbei kann man von Steifleinen über Moosgummi bis hin zu dickem Filz und Polsterstoff alles verwenden) und einmal Futter. Und einmal aus dünnerem Filz etwas kleiner als die anderen Drei.
Hat man die vier Teile beisammen, nimmt man Oberstoff, Zwischenstoff und Futter und legt es in der Richtigen Reihenfolge zusammen. Ich verwende hier immer Sprühkleber, damit mir nichts verrutscht. Diese 3 Lagen fasse ich dann mit Schrägband zusammen. Wer den Fascinator etwas plastischer haben möchte, kann auch hinten eine kleine Falte hineinnähen. Damit bekommt das Hütchen eine eher "bucklige" Form. Normalerweise mache ich das vor dem Schrägband annähen, hier hatte ich das nicht vor und hab es lediglich für das Tutorial noch einmal zum Anschauen gemacht.
Damit hat man nun zwei Teile, einmal das Hütchen und einmal noch einen Lappen aus Filz. Jetzt kann man das Hütchen mit allem Verzieren, was das Herz begehrt. Von Federn über Perlen und Blumen bis hin zu Schokolade und Waffeleisen, wenn es denn sein muss.
Ich selbst verwende immer eine Mischung aus nähen und Kleben. Meist mache ich eine kleine Basis aus Dekoblume und Marabufedern oder ähnlichem, die ich annähe. Danach kann ich mit Heißkleber nach Herzenlust federn unter Blumen und Deko verstecken. Perlenbänder und ähnliche nähe ich allerdings grundsätzlich an. Man weiß nie, wie gut sich Perlen und Klebstoff vertragen.
Ist man fertig und zufrieden, klebt man den Filzlappen einfach unter das Hütchen, so dass alle eventuellen Befestigungsnähte verschwinden. 
Als letztes kann man nun noch die Befestigung nach Wahl annähen. Einen Kamm oder eine Haarklammer. Man kann sicher auch erst die Klammer am Filz befestigen und ihn dann an den Fascinator kleben. Allerdings habe ich das noch nicht so herum versucht. Fertig ist der neue Kopfschmuck.
Es ist nicht viel Zauber dabei, finde ich und sollte auch ungeübten Fingern leicht fallen.
Wenn noch Fragen sind, stehe ich selbstredend zur Verfügung :)


Sonntag, 25. Januar 2015

Mühlsteinkragen, die Zweite

Eigentlich hatte ich diesen Post bereits viel früher geplant, aber leider sind mir ziemlich viel Arbeit, eine kranke Katze und ein krankes ich dazwischen geraten.
Nun aber weiter im Text. Nach zwei Filmen und viel Handarbeit sollte der Kragen inzwischen schon nach Mühlsteinkragen aussehen.
Allerdings fächert er mir meistens zu sehr auf, gerade an den Enden, was beim Tragen meiner Meinung nach recht unschön aussieht.
Also nähe ich alle Schlingen noch einmal zusammen. Das kann mit oder ohne Perlen machen. Da ich keine Lust habe, jedes Vernähen einzeln zu verknoten führe ich den Faden durch das Schrägband durch, um den Faden unsichtbar zu machen. Das hat natürlich den Nachteil, dass, wenn der Faden einmal reißt, sich direkt mehrere Perlen und/oder Schlingen lösen und man mehr in der Reparatur zu tun hat.
Bei diesem Kragen allerdings steht die Seide so super, dass er mir auch ohne Zusammennähen echt gut gefällt und ich mich so nur auf die Enden beschränkt habe. Das erhöht, denke ich, auch die Beweglichkeit beim Tragen etwas mehr.
Der Unterschied von offenem und zusammengenähtem Ende ist gravierend.
Ob der Kragen allerdings so bleibt ist noch fraglich, denn es ist ja nicht meiner :) Sobald ich den passenden Rock dazu anprobefertig habe, wird auch die Entscheidung gefällt, ob ich noch alle Schlingen zusammennähe oder es lasse. 
Aber bis dahin ist er fertig.
Ich hoffe, ich habe nicht allzu viele Fragen offen gelassen und dem ein oder anderen wenigstens ein wenig weiterhelfen können.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Mühlsteinkragen

Vor einigen Jahren, als ich anfing, mich mit Mühlsteinkrägen zu beschäftigen, habe ich eine Anleitung für Selbige geschrieben und online gestellt. Mit dem Löschen meines alten Blogs ging auch die Anleitung verloren.
Jetzt habe ich seit 4 Jahren keinen Mühlsteinkragen mehr genäht und wünsche mir doch die ein oder andere Erinnerung wieder herbei. Da ich derzeit an einem Auftragskragen sitze, dachte ich, ich nutze die Chance und mache ein WIP/Tutorial in meinem neuen Blog.

Ich habe keinerlei Ahnung, wie man Mühlsteinkrägen tatsächlich näht. Meine Methode ist eine Mischung aus Selbstversuchen, Bildern anstarren und Tipps von meiner persönlichen Mühlsteinkönigin Tuahadedana. Janet Arnolds Pattern of Fashion 4 besitze ich auch, aber das Buch  hat mich absolut nicht weiter gebracht.

Der vorliegende Mühlsteinkragen wird ein offen Getragener mit einer Auslage von ca 10cm und einer Länge von ca 53 cm. Der Stoff ist Dupionseide in einem herrlichen Grünton.

Man braucht eine Basis, auf die der Kragen genäht wird und ein laaaaanges Band in der Breite der gewünschten Auslage. Da ich ein völliger Matheversager bin und auch einfach nicht akribisch genug arbeiten kann, habe ich absolut keine Ahnung, wie ich die Länge des Bandes berechnen kann, damit sie stimmt. Also lasse ich ein Ende direkt unbearbeitet, wie man auf dem Bild sehen kann. Ich nähe halt einfach alle Schlaufen bis kurz vor Ende, schneide auf die passende Länge zurück, Schrägband drum und dann passt das. Also lieber immer zu lang als zu kurz.
Leider entfällt für mich dadurch bisher die Möglichkeit, offene Mühlsteinkrägen zu fertigen, die in der Auslage klein anfangen, hinter dem Kopf groß werden und wieder sanft auslaufen (falls jemand weiß, was ich meine) Allerdings reift schon eine Idee in meinem Kopf heran, wie ich das anstellen könnte...ein andernmal.
Die Basis habe ich mit Buckram verstärkt, damit sie bei häufigem Gebrauch nicht einknickt. Das Band selbst ist mit starker Einlage verstärkt. Meinen eigenen Kragen habe ich mit Steifleinen gemacht, aber Wunsch ist Wunsch. Zudem ist der Kragen mit Vlieseline verstärkt wesentlich angenehmer zu tragen.

Die Basis habe ich dann in regelmäßigen Abständen markiert, damit die Falten nicht allzu unterschiedlich werden. Zwei Nadeln einfädeln für oben und unten, dann kann es losgehen. Die ersten Krägen habe ich mit nur einer Nadel genäht, aber das ständige Verknoten und Seitenwechseln war mir zu nervtötend.
Der Stoff wird quasi senkrecht aufgenäht, immer mit ein paar Stichen oben und unten. Und eigentlich ist das schon Alles. Ich weiß, dass andere, den Kragen erst mit zwei Fäden gleichmäßig einreihen und ihn dann auf die Basis nähen. Keine Ahnung, ob das besser ist, ich habe es bisher noch nicht ausprobiert, aber es gibt sicher hunderte Möglichkeiten.

Dank fieser Erkältung werde ich heute auch nicht weitermachen, aber Fragen kann ich jederzeit beantworten.

Sonntag, 17. August 2014

Teaser und Tutorial

Nunja, zumindest so eine Art Anleitung.
Ich arbeite derzeit an mehreren Projekten gleichzeitig, weil so viele Ideen umgesetzt werden wollen. Daher hängt auch schon ein neuer Bolero im Schrank und zwei Korsetts noch in der Planung. Für eine der beiden neuen Tournüren gibt es jetzt einen kleinen Teaser. Die Akzente werden aus für mich recht untypischen Farben und Stoffen.
Und sie hat mir mehr über das Sticken beigebracht.
Die Janome hat nach allem, was ich lesen konnte, wohl ein kleines Fadenspannungsproblem, dass man erst einmal selbst beheben muss. Und zwar kommt der Unterfaden auch bei sehr niedriger Oberfadenspannung häufig sichtbar an die Oberfläche.
Bisher störte mich das nie so ganz. Hab ja kaum farbig gestickt und schwarz auf schwarz war kein Problem. Nun habe ich aber zum ersten Mal mit Madeira Spectra zu tun bekommen. Hologrammfolie, die in einen sehr dünnen Streifen geschnitten wurde und uns armen Glitzerfetischisten als Stickgarn untergejubelt wird. Sie reißt...und reißt...und reißt dann wieder. Sie produziert Knoten und darf sich nicht verzwirbeln... aber sie funkelt doch so toll...
Also habe ich als erstes die Unterfadenspannung mittels Schraubenzieher korrigiert. Und dann ging es ans Spectrasticken.
Meine - immer noch nicht optimalen - Lösungsansätze waren nach viel Recherche und experimentieren folgende:
-Maschine auf so langsam wie möglich stellen. Zwischendurch schadet auch ein kurzes "stop- weitermachen" nicht.
- Fadenspannung auf 0, wirklich komplett runter, der Faden wird wirklich nur einfach geführt.
- damit der Faden sich nicht ständig verdreht, habe ich die Spule senkrecht aufgestellt. Meine Maschine hat ja noch einen abnehmbaren, zusätzlichen Garnrollenhalter. Dadurch hat sich auch tatsächlich eine merkliche Verbesserung beim Sticken eingestellt.
- vernünftiges Vlies.

vermutlich wäre eine Metallsticknadel noch eine große Hilfe, aber das hatte ich an einem schönen Sonntag wie heute nicht hier. Das Problem mit dem leichten Reißen war nicht ganz gelöst, aber ich konnte schon länger sticken als beim ersten Versuch.

vielleicht hilft das ja dem ein oder anderem mal, so alles auf einem Haufen zu sehen.

Sonntag, 31. März 2013

Ich prokrastiniere

Und das, obwohl ich dachte, in meinem derzeitigen Leben hätte ich gar keinen Grund dazu.
Doch anstatt brav an Max Garderobe, bzw deren Probeteilen - oder dann wenigstens am Hochzeitskleid - zu werkeln, habe ich mir heute eine neue Schnürbrust genäht.

Die war ganz plötzlich dringend notwendig. Okay, in meiner alten waren einige Löcher ausgerissen und sie war ohnehin eigentlich nur ein Probeteil, aber sie hätte auch noch das nächste WGT überstanden. Nun muss sie es nicht mehr...ihre traurigen Überreste sind würdevoll im Mülleimer gelandet.
Ich habe auch nicht lange an der Neuen gesessen. Ich glaube, ich habe so um die 5 Stunden gebraucht. Wenn überhaupt.
Gemacht ist sie aus "Eigentlich sollte ich mal ein Sofa werden" Stoff. Zumindest fühlt er sich so an. Das dickste, unelastischste und stabilste Zeug, dass ich derzeit besitze. Und dazu noch mit einem hübschen Muster. Also zwei Lagen zusammengenäht, Tunnel drauf, Stahl rein und Schrägband rum. Fertig.
Das Schrägband habe ich komplett mit der Nähmaschine angenäht. Ich hasse es, an den Zaddeln auch noch per Hand herumzufuhrwerken und am Ende sieht es ja doch doof aus. da kann ich es auch schneller mit der Maschine doof machen.
Das geht übrigens so: Ich nähe auf links das Schrägband an und zwar so, dass ich auch oben an den Zaddeln eine Ecke habe (siehe Foto)
Auf Rechts schlage ich dann unten an den Zaddeln ganz gebräuchlich die Ecken um und oben nähe ich das Schrägband im Rund an. Schlimmer wäre es mit der Hand allemal. So hält es wenigstens. Ich hoffe, die Fotos machen meine wirren Erklärungen etwas verständlicher.

Der tolle Unterbau stammt übrigens aus der Werkstatt der grandiosen Alwa Petroni. Ich hab ihn gesehen und musste ihn haben. Und extra für mich ist er auch sichtbar tragbar aus schwarzem Satin genäht. Perfekt für meine Fledderfrancaise.