Sonntag, 21. Oktober 2012

Überarbeitete Tournüre


(...)Aber ich werde nicht meckern, diese Arbeit beschert mir schließlich eine neue Nähmaschine. Die muss ich mir kaufen, weil die AEG mich einfach in den Wahnsinn triebt. Der Transport funktioniert nicht mehr und damit sind Knopflöcher schon einmal nicht mehr möglich. Die Fadenspannung ist kaum noch zu regulieren und ständig knackt irgendwo etwas, dass man Angst hat, das Plastikgehäuse fliegt einem gleich um die Ohren.
Ich weiß, dass ich sie in Reparatur geben könnte, aber sie war damals ohnehin nur eine Notlösung, weil ich mir nichts besseres leisten konnte. Ich mag sie halt einfach nicht und deshalb wird hier demnächst eine Pfaff einziehen.

Dennoch kann ich ja das letzte Werk der AEG präsentieren. Die lila Tournüre vom Picknick Anfang des Monats. Bitte ignoriert die ungebügelten Stellen und sie hat kein viktorianisches Korsett drunter, sondern eine Schnürbrust.

Ich war mit Schürze und Front eher unglücklich und hatte mich dann doch zum Kauf eines Überrock Schnittmusters entschieden. TV 365, der August Overskirt. Und er gefällt mir richtig, richtig gut. Der Stoff des ursprünglichen Überrockes war mehr als genug und ich hab sogar noch etwas über. Da der Stoff sehr weich und schwer ist, hab ich hinten alles mit Petticoattüll unterfüttert in der Hoffnung, dass das ganze nicht so schnell zusammenfällt. Eins der Dinge, die mir an der selbst entworfenen Schleppe nicht gefielen.
Patrizias Vorschlag mit Spitze auf der Front habe ich lange im Kopf behalten, aber irgendwie wollte es nicht zu dem passen, was mir im Kopf schwebte. Also habe ich mir Soutache bestellt und frei nach Schnauze ein wenig ausprobiert. Das famose Kleid der Mottenprinzessin immer vor Augen wurde es ..... natürlich überhaupt nicht so.
Es ist nicht hundert pro gleich und fürs Handnähen war ich zu faul. Zumal ich die Tournüre am Freitag zur Sonnenfinsternis tragen möchte.
Die AEG tat ihr Bestes, plötzlich doch transportieren zu wollen (versenken lässt sich der ganze Kram schon lange nicht mehr), aber nach viel Fluchen wirkt das Lila jetzt nicht mehr so plakativ.

Sonntag, 22. Juli 2012

Zwischendurch

Nachträglich bearbeitet:
Meine allererste Tournüre, bestehend aus Kunstseide und Baumwollsamt. Die Schnitte sidn allesamt von Truly Victorian, die ich auch nach wie vor noch mit für die besten halte. Mittlerweile habe ich auch eine Balltaille dazu genäht, die ich eher abends beim Ausgehen trage, als tagsüber.

Zum ersten Mal getragen habe ich sie auf dem ersten schwarzromantischen Picknick in Köln.


Freitag, 15. Juni 2012

Dreierlei

Nachträglicher Eintrag:

Diese Schmuckstücke sind alle in etwa zur gleichen Zeit entstanden, daher fasse ich sie einfach zusammen. Die ersten beiden Colliers habe ich noch im Laden verkauft (eines dafür allerdings als Weihnachtsgeschenk für eine gute Freundin. Ich weiß also immer, wo es ist :) )
, das Slavearmband ging an einen guten Freund.

Allerdings ging bei ihm der Stein immer ab, ich habe keine Ahnung, warum. Nachdem er Zwei-Komponenten-Kleber verwendete hält aber alles bombenfest. Vielleicht sollte ich meine Klebstoffsammlung noch erweitern.



Mittwoch, 13. Juni 2012

Augenfutter

Seit gestern bin ich im Besitz der Bilder aus dem Shooting am WGT-Sonntag mit Sven Veo. Ich muss sagen, am Anfang hab ich die Bilder aufgemacht und war eher mäßig begeistert. Aber je länger ich sie betrachte, desto besser gefallen sie mir.
Mittlerweile finde ich sie wirklich, richtig gut. Vor allem das schwarz weiße finde ich schön.

Nachträglich bearbeitet, leider kann ich nicht mehr viel dazu schreiben, die Entstehung ist schon eine Weile her:
Ein Rüschenrock aus Baumwolle. Jeder Streifen hat noch einen Zierstich am Saum, ich glaube ich habe 6 Stunden lang nur Zierstiche genäht. Und das noch auf der alten AEG.
Ein schlichtes Korsett nach abgewandeltem Corsagenschnitt, mittlerweile hat es an Ober und Unterkante eine Spitze, weil sich die Rosen alle auflösten.
Mein heißgeliebter Mühlsteinkragen mit 15 cm Auslage und SPitze an der Außenkante. Gefüttert ist er ausnahmsweise nicht mit Vlieseline, sondern mit Steifleinen. Steht wie eine 1






Donnerstag, 15. März 2012

Silberner Kleidertraum

Da ich im Moment quasi gar nicht nähe, dachte ich mir, ich kann zumindest ein paar Dinge nachtragen. Da fällt mir ja immer mal etwas in die Hände.
Hier ist meine allererste Robe a la Francaise. Und neben der nicht mehr existenten Fledderfrancaise auch die einzige, die ich jemals genäht habe. Was allerdings daran liegt, dass ich den Anglaiseschnitt einfach lieber mag.
Die Francaise ist aus silbernem Brokat und Kettsatin gemacht. Mittlerweile recht häufig getragen und zum Verkauf angeboten. Ich mag sie gern, aber sie ist mir aufgrund der Stoffwahl einfach zu hell mittlerweile.
Der Stecker ist mit jeder Menge Steinchen beklebt und tatsächlich ist mir in 5 Jahren kein einziger abgefallen. Wenn ich jetzt noch wüsste, welchen Klebstoff ich damals benutzt habe. Klassisch historisch wird der Stecker mit Stecknadeln an den Seiten des Überkleides angebracht. Ein Hoch auf die Schnürbrust darunter, die allzu schmerzhaftes Befestigen verhindert.
Dazu gab es noch ein schlichtes Rüschenhalsband und einen Dreispitz. Damals noch nach der Minimethode und mit Spangen im Haar zu befestigen.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Fledermausträume

Zuerst war es 2011 ein klassischer Bahnenrock.
Ein Rock, der seine Perlenketten in einer Leipziger Strassenbahn verlor (war das peinlich, als die beim Bremsen und Gasgeben immer vor und zurückrollten. Durch den ganzen Wagen, versteht sich.). Und er passte nicht gut über den Reifrock.
Also habe ich die erste Stickerei wieder aufgetrennt und rundherum mit Nähmaschine (damals noch die AEG *würg*) und Metallgarn Ranken aufgestickt. Eine Katastrophenarbeit, da sich Maschine und Garn überhaupt nicht vertragen wollten.
Aber schlussendlich war der Rock gut. Dann kam ein Bolero dazu, mit dem ich mir einen großen Trompetenärmeltraum erfüllte. Ein Teller, vorne kurz, hinten lang. Und zwar wirklich lang.
Ursprünglich gehörten auch noch ein Kragen, ein Fascinator und ein Korsett dazu, aber die gibt es nicht mehr, im Schrank ist genug Ersatz.
Das Kleid wird mit einem Tüllunterrock getragen, damit der Rock etwas mehr Stand hat und das Metallgarn auf der Innenseite nicht an den Beinen kratzt. Schon sehr unangenehm, dieses Metallzeug.
Es war schon unzählige Male in verschiedenen Varianten in Leipzig und andernorts.Heiß und innig geliebt.

Freitag, 15. Juli 2011

Geliebte Resteverwertung

Da ich ja auch den weniger aufwändigen Stücken ein wenig mehr Aufmerksamkeit und etwas mehr Präsenz hier schenken wollte, kommen wir heute zum ungeschlagenen Lieblingsteil meiner kompletten Garderobe.
Ein Longsleeve. Aber nicht irgendeines. Von meinem Federfisch hatte ich noch einen Teil des Ausbrennersamtes übrig. Zuviel zum Entsorgen, zu wenig zum Vernähen. Wer kennt dieses Problem nicht.
Also habe ich einfach gestückelt. Es war noch genug für Ärmel da. Mit ein wenig Herumprobiererei hatte ich auch bald den normalen Ärmel in einen geteilten Ärmel mit Puff verwandelt. Nun war nur noch ein winziger Rest übrig, der gerade so für vorne oben reichte.
Nicht einmal der Jersey war noch am Stück. Im Rücken ist die obere Hälfte (etwa so groß wie der Samtteil) auch noch mal geteilt und an den unteren Teil genäht. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob es alles der gleiche Jersey ist.
Aber es passt so gut in meine Alltagsgarderobe und ist so bequem, was soll ich sagen. Eine innige Liebe, bis es irgendwann auseinanderfällt.
Den Schnitt habe ich noch ein paar Mal verwendet, aber nie wieder habe ich mich so verliebt.